Die ionischen Inseln
Die ionischen Inseln sind schon seit alter Zeit etwas besonderes. Die Natur hat sie mit außerordentlicher Schönheit beschenkt. Die Inseln sind fruchtbar, haben ein mildes Klima und die Berge sind bewaldet. Aus dem tiefblauen Meer erheben sich große weiße Felsen. Es Gibt aber auch viele ruhige Strände mit leuchtend weißem Sand. Hier kann man leicht mit den Boot vor Anker gehen, um Schutz zu finden. Deshalb waren die Inseln auch schon in ältester Zeit bewohnt.
Die ionischen Inseln waren bereits in der Steinzeit durch Menschen besiedelten. Die Blütezeit der ionischen Inseln begann in mykenischer Zeit. Damals brachen die Griechen zum Feldzug gegen Troja auf. Einer der Helden war König Odysseus, der homerische Held. Das Königreich des Odysseus war die Insel Ithaka. Homer erwähnt in seiner Odyssey noch zwei weitere Inseln, Lefkada und das reiche und schöne Land der Phäaken, das heutige Korfu.
Die ionischen Insel Korfu wurden durch die Korinther im 8. Jh. v. Chr. kolonisiert und im 7. Jh. v.Chr. folgte Lefkada. Die Korinther waren an diesen Inseln interessiert, weil sie dringend Zwischenstationen für den Seehandel mit Sizilien und dem fernen Westen benötigten. Korfu wurde sehr mächtig und verbündete sich mit Athen. Das gab den Anlaß für den Peloponnesischen Krieg, der 431 v.Chr. zwischen Sparta und Athen ausbrach. Unter römische Herrschaft kamen die ionischen Inseln 146 v. Chr. und später gehörten sie zu Byzanz. 1386 n. Chr. besetzten die Venezianer die ionischen Inseln und hatten sie länger als 400 Jahre in ihrem Besitz. Die ionischen Inseln blieben immer griechisch, brachten Literaten und bedeutende Künstler hervor. Zu den bekanntesten gehört Dionysios Solomos, der Dichter der griechischen Nationalhymne. Auch die anderen Künste, vor allem die Malerei und die Musik brachten große Künstler hervor.
Die venezianische Besatzung endete 1797 nach dem Sieg Napoleons und der Besetzung der Inseln durch die Franzosen. Nach den Franzosen eroberte 1799 eine russisch-türkische Flotte die Inseln von den Franzosen. 1800 wurde ein Vertrag unterzeichnet, mit dem der "Staat der Ionischen Inseln" gegründet wurde. Zum ersten Mal waren die ionischen Inseln Selbstständigkeit, aber diese Zeit währte nicht lange. Der "Staat der Ionischen Inseln" bestand nur sieben Jahre. Nachdem die Franzosen zurück gekehrt waren, wurde 1815 ein Vertrag unterzeichnet, der einen unabhängigen "Staat der Ionischen Inseln" unter englischer "Schutzherrschaft" begündete. Leider erwies sich diese Schutzherrschaft als eine Fremdherrschaft und der ionische Traum von der Unabhängigkeit war erst einmal ausgeträumt. Doch die Ionischen Inseln stellten ihren Kampf für eine Selbstständigkeit nicht ein. Als sich ganz Griechenlands gegen die Türken erhob, leistete man trotz der Behinderung durch die Engländer wichtige Hilfe.
Auf den Ionischen Inseln wurden die Führer des Freiheitskampfes von 1821 vereidigt. Der erste Premierminister des befreiten Griechenlands wurde 1828 der aus Korfu stammenden loannis Kapodistrias. Doch die Ionischen Inseln standen weiterhin unter englischer Herrschaft. 1864kam endlich die Vereinigung mit Griechenland.
Ein verheerendes großes Erdbeben zerstörte 1953 weite Teile auf drei der sieben Inseln: Zakynthos, Kefalonia und Ithaka. Traditionelle Häuser, alte Herrenhäuser und alte Kirchen wurden unwiederbringlich zerstört. "Der Abgrund, den das Erdbeben aufgetan hatte, füllte sich rasch mit Blumen" hatte der Dichter Solomos gesagt. Natürlich konnte er nicht von diesem Erdbeben sprechen, doch die Worte waren prophetisch, denn die Inseln wurden rasch wieder aufgebaut.
Von den ionischen Inseln sind nur 28 bewohnt.