Rinia

Rinia liegt in unmittelbarer Nähe zur größeren Insel "Delos". Delos war in der Antike weit bedeutender als Rinia, weshalb die Insel oft als "Groß Delos" bezeichnet wurde. Zusammen als Inselgruppe wurden die beiden Inseln auch als "Délia" bezeichnet. Dieser Begriff kann mit der Bezeichnung "die Delischen" übersetzt werden. Der Name der Insel Rinia leitet sich von einem Wort im Griechischen ab, welches Frieden bedeutet.

Rinia Inselansicht Rinia Inselansicht - © Giovanni Rinaldi / Shutterstock.comRinia ist flach und baumlos, die Küstenlinie ist stark zergliedert. Insgesamt hat die Insel eine Fläche von ca. 14 km², sie ist 7,5km lang und 3,4km breit. Die Küste ist insgesamt 43km lang. Sie besteht aus zwei Inselteilen, die ungefähr 136 Meter hoch aufragen. Sie sind mittels eines Isthmus verbunden, der etwa 60 Meter breit ist.

Geschichte von Rinia

Besiedelt wurde Rinia seit dem 5. Jahrtausend vor Christi. Dies belegen archäologische Funde. Die kleine Insel war auch in der Antike bewohnt. Erstmals historisch erwähnt wurde Rinia im Jahr 530 vor Christi. In diesem Jahr wurde die Insel von dem Tyrann von Samos besetzt. 454 vor Christi fiel sie zusammen mit der Nachbarinsel Delos in die Abhängigkeit von Athen. Dies hatte langfristig zur Folge, dass Rinia zur Nekropole von Delos wurde, da alle Bestattungen auf Delos verboten worden sind und die Gräber zur Nachbarinsel geschafft wurden. In dieser Zeit wurde auf der Insel auch ein Sanatorium errichtet. Dieses war für Schwerkranke gedacht, die nicht mehr auf Delos bleiben durften. Der Niedergang von Delos begann mit dem 1. Mithridatischen Krieg im Jahr 87 vor Christi. Zusammen mit der größeren Nachbarinsel verlor auch Rinia an Bedeutung und wurde von den Bewohnern größtenteils aufgegeben.

Seit den 1980er Jahren ist Rinia eine der zahlreichen unbewohnten Inseln. Es lebten am Ende auch nur noch ca. 20 Einwohner dort. Heute wird die Insel als Weidegebiet genutzt. Gelegentlich übernachten auf ihr daher Hirten, die die halbwilden Ziegen hüten. Die Insel hat keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten und wird daher nur selten von Touristenschiffen besucht. Immer öfter ankern an der einsamen Insel jedoch Yachten.

Die Insel Rinia gehört zum Natura-2000-Gebiet (einem Naturschutzgebiet) und nimmt in diesem größenmäßig etwa zwei Drittel ein. Dazu gehören außerdem die Insel Chtapodia und Tragonisi.

Das Trinitätsfest

In jedem Jahr findet 50 Tage nach Ostern ein großes Volksfest auf der Insel statt - das Trinitätsfest. Es ist benannt nach der Heiligen Dreifaltigkeit (bzw. Trinität) von Gott als Vater, Jesus Christus als Sohn und dem Heiligen Gheist. Zu diesem Anlass ist die ansonsten unbewohnte Insel mi geschätzten 600 Gästen rappelvoll. Es kommen vor allem Einwohner von umliegenden Inseln, etwa Tinos, Syros und Mykonos. Diese landen mit eigenen Booten an den nördlichen Stränden.

Auf der Insel befinden sich eine Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit und darum herum fünf provisorische Behausungen. Außerdem werden am Strand Zelte aufgebaut. Das Fest beginnt um 9:00 Uhr abends mit einem Brotsegen und einer offenen Liturgie. Dem vorangegangen ist eine Schlachtung und Zubereitung der heimischen Ziegen. Bis in die frühen Morgenstunden gibt es ein mehrgängiges Festmahl mit vielen regionalen Spezialitäten, dazu gibt es Weißwein und außerdem wird begeistert und ausgiebig getanzt. So soll der Heiligen Dreifaltigkeit die Aufwartung gemacht werden.

Neben dem Essen sind der Gesang und die traditionelle Musik das zentrale Ereignis des Festes. Genutzt werden traditionelle Instrumente, wie das Bouzouki (hierbei handelt es sich um eine Laute9, die Lyra (eine Geige), das Defi (eine Trommel) und die Tsambouna (eine Sackpfeife). Gerade das letzte Instrument ist im Fortbestand heute stark gefährdet.

Die Feierlichkeiten dauern bis zum Morgengrauen an, es wird getanzt und gefeiert. Danach geht das Fest allmählich seinem Ende entgegen. Die Gäste verlassen die Insel dann auch schon bald wieder. Leben auf der Insel gibt es dann erst wieder im nächsten Jahr zum nächsten Trinitätsfest auf der Insel Rinia.

Abgesehen von diesem Fest, welches einmal im Jahr stattfindet, ist die Insel abgesehen von den Ziegenhütern das ganze Jahr über unbewohnt.

Karte & Lage

Geografisch liegt die kleine Insel südwestlich von Mykonos (neun Kilometer) und südöstlich von Athen (140 Kilometer). Die bereits erwähnte Nachbarinsel Delos ist von Rinia nur durch eine schmale Meerenge getrennt, die etwa 700 bis 1.100 Meter breit ist.